Kurz gesagt: In Deutschland muss ein Geländer bei einer Absturzhöhe bis 12 m mindestens 90 cm hoch sein, darüber mindestens 110 cm. Pflicht ist eine Umwehrung, sobald eine begehbare Fläche an eine mehr als 1 m tiefer liegende Fläche grenzt. Öffnungen im Geländer dürfen in mindestens einer Richtung nicht breiter als 12 cm sein.
Wann ist ein Geländer Pflicht?
Die Landesbauordnungen folgen hier weitgehend der Musterbauordnung (§ 38 Umwehrungen). Danach müssen Flächen, die zum Begehen bestimmt sind und unmittelbar an eine mehr als 1 m tiefer liegende Fläche angrenzen, gesichert werden. Das betrifft vor allem Balkone, Loggien, Dachterrassen, erhöhte Terrassen, Galerien und Treppen mit freier Seite.
Auch bei geringerer Höhe ist ein Geländer oft sinnvoll, etwa an Podesten oder Kellerabgängen. Für Treppen regelt zusätzlich die DIN 18065, wann Geländer und Handläufe nötig sind.
Mindesthöhen im Überblick
| Bereich | Absturzhöhe bis 12 m | Absturzhöhe über 12 m |
|---|---|---|
| Balkon, Terrasse, Galerie | 90 cm | 110 cm |
| Treppengeländer (DIN 18065) | 90 cm | 110 cm |
| Arbeitsstätten (ASR A2.1) | 100 cm | 110 cm |
| Fensterbrüstung | 80 cm | 90 cm |
Diese Werte gelten in den meisten Bundesländern. Einzelne Landesbauordnungen weichen in Details ab. Prüfe deshalb im Zweifel die Bauordnung deines Bundeslandes oder frag beim zuständigen Bauamt nach.
So wird die Geländerhöhe gemessen
- Balkon und Terrasse: von der Oberkante des fertigen Bodenbelags bis zur Oberkante des Handlaufs.
- Treppe: senkrecht über der Vorderkante der Stufe.
- Achtung beim Renovieren: Neue Fliesen, Dielen oder ein Gefälleestrich heben den Boden an. Plane dafür Reserve ein, sonst liegt das Geländer danach unter der Mindesthöhe.
Unsere Komplettgeländer aus Edelstahl sind 100 cm hoch und haben damit 10 cm Reserve gegenüber den geforderten 90 cm.
Die 12-cm-Regel: Schutz für Kinder
In Gebäuden, in denen mit Kleinkindern zu rechnen ist, dürfen Öffnungen in Geländern und Brüstungen in mindestens einer Richtung nicht breiter als 12 cm sein. So passt kein Kinderkopf hindurch. Bei seitlich montierten Geländern darf der waagerechte Abstand zwischen Geländer und Bodenkante nach vielen Bauordnungen höchstens 4 cm betragen.
Viele Bauordnungen verlangen außerdem, dass Geländer nicht zum Klettern verleiten. Waagerechte Querstäbe können dann wie eine Leiter wirken. Welche Füllung zulässig ist, hängt vom Gebäude und vom Bundesland ab. Im Mehrfamilienhaus, in Kitas oder öffentlichen Gebäuden sind Glas oder senkrechte Füllungen meist die sichere Wahl.
Geländer an Treppen: Was die DIN 18065 regelt
- Geländerhöhe mindestens 90 cm, bei mehr als 12 m Absturzhöhe mindestens 110 cm
- Öffnungen höchstens 12 cm in einer Richtung
- Der Handlauf muss sicher greifbar sein, bewährt hat sich zum Beispiel Edelstahlrohr mit 42,4 mm Durchmesser auf passenden Handlaufstützen
Welches Geländer passt zu welchem Einsatz?
- Komplettgeländer mit Querstäben: 100 cm hoch, Edelstahl V2A, als Set für Aufboden- oder Seitenmontage in Längen bis 5,5 m. Ideal für Terrasse und Balkon am Einfamilienhaus.
- Ganzglasgeländer: keine Öffnungen, kein Leitereffekt und freie Sicht.
- Französische Balkone: Absturzsicherung vor bodentiefen Fenstern.
Du brauchst eine Sonderlänge oder eine Ecke? Mit unserem Geländer-Konfigurator stellst du dein Geländer selbst zusammen, oder du fragst uns direkt an.
Häufige Fragen
Wie hoch muss ein Balkongeländer sein?
Mindestens 90 cm bei einer Absturzhöhe bis 12 m, darüber mindestens 110 cm.
Ab welcher Höhe brauche ich ein Geländer?
Nach den Bauordnungen, sobald die begehbare Fläche an eine mehr als 1 m tiefer liegende Fläche grenzt.
Gelten in Betrieben andere Werte?
Ja. In Arbeitsstätten verlangt die ASR A2.1 mindestens 100 cm bis 12 m Absturzhöhe und 110 cm darüber.
Wird ab Rohboden oder ab Belag gemessen?
Ab Oberkante des fertigen Belags. An Treppen misst man senkrecht über der Stufenvorderkante.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt einen Überblick und ersetzt keine Prüfung im Einzelfall. Maßgeblich ist die Landesbauordnung deines Bundeslandes.
